Fachkräftemangel IT: 5 bewährte Lösungsansätze
Haben Sie auch das Gefühl, dass die Suche nach IT-Talenten immer schwieriger wird? Sie sind nicht allein. Im August 2025 blieben in Deutschland rund 109.000 IT-Stellen unbesetzt – ein Rückgang im Vergleich zu 2024, aber noch lange kein Grund zur Entwarnung. Besonders gefragt: Expert:innen für Softwareentwicklung, Cybersecurity und Cloud Computing. Doch keine Sorge, es gibt Wege, diese Lücke zu schließen.
Was können Sie tun? Der Schlüssel liegt in einer Mischung aus smarter Rekrutierung, gezielter Weiterbildung und einer attraktiven Arbeitgebermarke. Active Sourcing und spezialisierte Recruiting-Dienste helfen, Talente schneller zu finden. Gleichzeitig sollten Sie Ihre bestehenden Mitarbeitenden fördern – sei es durch Weiterbildungen oder Umschulungen. Und vergessen Sie nicht: Eine flexible Arbeitskultur und klare Karriereperspektiven sind für IT-Fachkräfte oft entscheidend.
Ein Blick über die Landesgrenzen lohnt sich ebenfalls. Dank vereinfachter Einwanderungsregeln, wie der Chancenkarte, wird die Rekrutierung internationaler Fachkräfte immer machbarer. Kombinieren Sie diese Ansätze, um nicht nur Stellen zu besetzen, sondern auch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Herausforderung ist groß, aber mit den richtigen Maßnahmen lässt sie sich meistern. Sind Sie bereit?
IT-Fachkräftemangel Deutschland: Zahlen, Fakten und Lösungen im Überblick
Der derzeitige IT Fachkräftemangel in Deutschland: Erfahrungen, Lösungsansätze
Warum Deutschland mit einer IT-Talentlücke kämpft
Drei Hauptgründe tragen dazu bei, dass Deutschland weiterhin mit einem Mangel an IT-Fachkräften kämpft: demografische und bildungspolitische Schwächen, regionale Ungleichheiten und komplizierte regulatorische Vorgaben. Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf diese Herausforderungen.
Demografische und bildungspolitische Faktoren
Die Alterung der Belegschaft und Schwachstellen im Bildungssystem verschärfen die Situation erheblich. Nur 0,9 % der IT-Fachkräfte in Deutschland sind 65 Jahre oder älter. Gleichzeitig bleibt der Frauenanteil in der Branche niedrig: Nur 21 % der Informatikstudierenden und 10 % der IT-Auszubildenden sind weiblich. Dabei könnte eine stärkere Einbindung älterer Fachkräfte bis 2040 rund 68.500 zusätzliche IT-Profis bringen, während eine Erhöhung der Frauenquote weitere 25.500 Fachkräfte generieren könnte [2].
Ein weiteres Problem ist die hohe Abbrecherquote in der Informatik: 42 % der Studierenden brechen ihr Studium ab, laut Bitkom lag diese Zahl 2022 sogar bei über 50 % [1][2]. Würde die Quote auf 20 % reduziert, könnten bis 2040 zusätzlich 55.000 gut ausgebildete IT-Fachkräfte zur Verfügung stehen [2]. Hinzu kommt, dass viele Lehrpläne nicht mit den aktuellen Anforderungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz (KI), Cloud Computing und Automatisierung mithalten können. Die Kluft zwischen den vermittelten und benötigten Kompetenzen wächst somit stetig.
Regionale und branchenspezifische Ungleichgewichte
Die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften unterscheidet sich stark je nach Region. Während Unternehmen in Berlin im Durchschnitt 89 Tage benötigen, um eine IT-Position zu besetzen, dauert es in Bayern 165 Tage und in Hamburg sogar über 220 Tage [4]. Ein Grund dafür ist die geringe Umzugsbereitschaft vieler Bewerber: 44 % der Unternehmen berichten, dass Kandidaten nicht bereit sind, für eine Stelle den Wohnort zu wechseln [3].
Auch zwischen den Branchen zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders stark ist die Nachfrage im Bereich Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung, wo die Zahl der Stellenangebote um 518 % auf ein Rekordhoch von 1.770 Positionen gestiegen ist – bedingt durch die fortschreitende Digitalisierung und den Einsatz von KI [7]. Adél Holdampf-Wendel, Leiterin Future of Work & Labor bei Bitkom, erläutert:
„Die Nachfrage in klassischen IT-Aufgaben wie Softwareentwicklung oder Anwendungsbetreuung ist nach wie vor hoch. Zunehmend gefragt ist aber spezielles Fachwissen in künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit und Cloud-Diensten" [7].
Das Problem: Selbst bei steigender Arbeitslosigkeit in manchen Bereichen bleibt der Fachkräftemangel bestehen, da die Qualifikationen vieler Bewerber nicht mit den Anforderungen übereinstimmen.
Regulatorische Hürden
Neben den regionalen und branchenspezifischen Herausforderungen erschweren auch bürokratische Hürden den Zugang zu internationalen IT-Talenten. Komplizierte Einwanderungsprozesse, Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Sprachbarrieren machen die Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland zu einer echten Herausforderung. Experten schätzen, dass eine Vereinfachung der Bürokratie bis zu 321.000 zusätzliche IT-Fachkräfte aus Drittstaaten und der EU bringen könnte [2]. Dennoch geben 60 % der Unternehmen an, dass sie aktuell keine ausländischen IT-Fachkräfte einstellen und dies auch nicht planen [3].
Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz von 2020 sollte den Zugang erleichtern, wurde jedoch von vielen Unternehmen weiterhin als unzureichend kritisiert. Mit der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes 2023 sollen nun Berufserfahrung stärker gewichtet und Verfahren vereinfacht werden [4][8]. Immerhin begrüßen 69 % der Unternehmen die Bemühungen, die Einwanderung von Fachkräften zu fördern [3]. Dies zeigt, dass die Bereitschaft zur internationalen Rekrutierung steigt – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen werden angepasst.
Lösung 1: IT-Recruiting-Methoden verbessern
Mit über 137.000 unbesetzten IT-Stellen in Deutschland ist es längst nicht mehr ausreichend, einfach nur Stellenanzeigen zu schalten [9]. Unternehmen müssen ihre Recruiting-Strategien umstellen und aktiv auf potenzielle Kandidaten zugehen. Die NAWIDA Redaktion bringt es treffend auf den Punkt:
„Statt darauf zu warten, dass sich geeignete Kandidaten bei deinem Unternehmen melden, solltest du deshalb deine Recruiting-Kanäle überprüfen, neue Technologien nutzen und aktiv auf Talente zugehen" [4].
Das bedeutet konkret: Maßnahmen wie Active Sourcing und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Recruiting-Diensten können den Unterschied machen.
Active Sourcing und Talent Pools
Active Sourcing ist heutzutage ein Muss. Dabei sprechen Unternehmen gezielt Fachkräfte an – auch solche, die aktuell nicht aktiv nach neuen Jobmöglichkeiten suchen. Plattformen wie LinkedIn und Xing spielen dabei eine zentrale Rolle und erweitern den Kreis potenzieller Talente erheblich [4]. Doch es geht nicht nur um die Ansprache: Der Aufbau langfristiger Beziehungen ist entscheidend. So können Unternehmen etwa durch Praktika, Werkstudentenstellen oder die Betreuung von Abschlussarbeiten frühzeitig Kontakte zu Studierenden knüpfen [1][10]. Wer jungen Talenten bereits während des Studiums Verantwortung überträgt und eine positive Candidate Experience schafft, hat im Wettbewerb um die besten Köpfe die Nase vorn.
Zusammenarbeit mit spezialisierten Recruiting-Services
Um schneller und gezielter qualifizierte IT-Experten zu finden, setzen viele Unternehmen auf spezialisierte Personalberatungen. Diese verfügen oft über große, teils globale Netzwerke und können auf umfangreiche Talentpools zurückgreifen [2][6]. Ein Beispiel dafür ist die digitale Plattform, die der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e. V. 2025 gemeinsam mit der NewLifeJobs GmbH ins Leben gerufen hat. Mithilfe von KI-gestütztem Matching werden Bewerber anonymisiert mit passenden Unternehmen verbunden. Dieser Ansatz erhöht nicht nur die Trefferquote bei der Stellenbesetzung, sondern erfüllt auch höchste Datenschutzstandards [6]. Hans-Wilhelm Dünn, Präsident des Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e. V., betont:
„Vertrauen und Sicherheit sind zentrale Werte bei der Fachkräftevermittlung in sensiblen Bereichen wie der Cybersicherheit. Unser Ansatz verbindet technologische Innovation mit höchsten Datenschutzstandards" [6].
Auch Plattformen wie getexperts bieten Unternehmen einen schnellen Zugang zu vorqualifizierten IT-Fachkräften. Mit einem Netzwerk von über 4.000 Kandidat:innen können passende Profile innerhalb von 3–5 Tagen bereitgestellt werden – entweder für eine Direktvermittlung oder im Contracting-Modell. Bezahlt wird erst bei erfolgreicher Besetzung. Solche Ansätze, kombiniert mit weiteren strategischen Maßnahmen, erhöhen die Erfolgschancen im IT-Recruiting erheblich.
Lösung 2: IT-Talente schulen und weiterentwickeln
Neben dem Fokus auf externe Recruiting-Strategien darf die Entwicklung interner Talente nicht vernachlässigt werden. Oft wird das Potenzial der eigenen Belegschaft unterschätzt, obwohl rund ein Viertel der IT-Fachkräfte Quereinsteiger sind [2]. Mit gezielten Weiterbildungs- und Umschulungsprogrammen können Unternehmen ihre Mitarbeitenden auf neue Herausforderungen vorbereiten oder Fachfremde erfolgreich in IT-Rollen integrieren [1].
Bereits 31 % der Unternehmen setzen auf Weiterbildungen im Bereich KI-Technologien, und 22 % haben spezielle Programme für Quereinsteiger etabliert [3]. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die interne Talentförderung längst ein zentraler Bestandteil im Kampf gegen den Fachkräftemangel ist.
Interne Weiterbildungsprogramme
Der erste Schritt zur Talententwicklung besteht darin, vorhandene Fähigkeiten zu identifizieren und gezielt auszubauen. Eine Skill-Gap-Analyse hilft, Kompetenzlücken zu erkennen, die dann durch maßgeschneiderte Schulungen – ob online oder vor Ort – geschlossen werden können [10]. Formate wie Mentoring oder On-the-Job-Training sind besonders effektiv, um praktisches Wissen direkt anzuwenden. Clara Brinkmann von Tecnovy bringt es auf den Punkt:
„Das Erkennen und Fördern von Mitarbeiterpotenzial ist entscheidend für die Talententwicklung. Viele Unternehmen übersehen die ungenutzten Talente in ihrer Belegschaft" [10].
Der Wille zur Investition zahlt sich aus: 60 % der IT-Führungskräfte sehen eine verstärkte Förderung der beruflichen Weiterbildung als entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg an [12].
Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Umschulung von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen, um das Potenzial der gesamten Belegschaft zu nutzen.
Umschulung von Mitarbeitenden aus anderen Bereichen
Die gezielte Umschulung von Mitarbeitenden aus angrenzenden Abteilungen ist ein wertvoller Hebel, um die IT-Kompetenzen im Unternehmen zu stärken. Durch Programme wie Bootcamps, intensive Schulungen oder Beratungsangebote können bis zu 129.500 IT-Fachkräfte zusätzlich gewonnen werden [2]. Besonders Mitarbeitende mit technischer Affinität aus Bereichen wie Projektmanagement, Qualitätssicherung oder technischem Support lassen sich durch strukturierte Schulungen erfolgreich in IT-Rollen überführen. Praktische Ansätze wie Coding-Bootcamps oder berufsbegleitende Weiterbildungen haben sich hierbei bewährt [12]. Ulrike Rieß-Marchive von ComputerWeekly.de betont:
„Potenzial lässt sich letztlich in jedem Bewerber finden, Unternehmen müssen aber lernen, dieses zu erkennen und zu fördern, selbst wenn das bedeutet, dass der potenzielle Neuzugang nicht alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllt" [3].
Neben optimierten Recruiting-Methoden und der Entwicklung interner Talente spielt die Gestaltung der Arbeitgebermarke eine Schlüsselrolle.
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Lösung 3: Eine starke IT-Arbeitgebermarke aufbauen
Weiterbildung und Recruiting sind zweifellos wichtige Bausteine, aber oft ist es die Arbeitgebermarke, die darüber entscheidet, ob sich qualifizierte IT-Fachkräfte überhaupt bewerben – und ob sie langfristig bleiben. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Unternehmen mit einer gut etablierten Arbeitgebermarke erhalten 50 % mehr Bewerbungen, besetzen Stellen 1- bis 2-mal schneller und senken die Mitarbeiterfluktuation um 28 % [4]. Angesichts der rund 109.000 unbesetzten IT-Stellen [3] in Deutschland ist eine überzeugende Außendarstellung ein echter Wettbewerbsvorteil.
Was macht eine starke Arbeitgebermarke aus?
IT-Fachkräfte legen großen Wert auf flexible Arbeitsmodelle. 43 % der Unternehmen geben an, dass Bewerber:innen Angebote abgelehnt haben, weil es keine Möglichkeit zur mobilen Arbeit gab, und 29 % nannten unflexible Arbeitszeiten als Absagegrund [3]. Hybride Arbeitsmodelle, Homeoffice-Optionen und flexible Arbeitszeiten sind daher keine Extras mehr, sondern ein Muss. Dazu kommen wettbewerbsfähige Gehälter und transparente Bonussysteme – schließlich scheitern 63 % der Einstellungsprozesse daran, dass die Gehaltsvorstellungen nicht den Qualifikationen entsprechen [3].
Ebenso wichtig sind klare Karriereperspektiven: 14 % der fehlgeschlagenen Einstellungsversuche lassen sich auf das Fehlen von Weiterbildungsangeboten zurückführen [3]. IT-Expert:innen möchten sich weiterentwickeln, spezialisieren und an spannenden Projekten arbeiten, sei es in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Cybersecurity oder Cloud-Computing [1][7].
Sichtbarkeit und Authentizität zählen
Eine starke Arbeitgebermarke entfaltet ihre Wirkung nur, wenn sie sichtbar ist. Unternehmen sollten ihre Karriereseiten benutzerfreundlich gestalten, für mobile Geräte optimieren und durch SEO-Maßnahmen auffindbar machen [4]. Doch Sichtbarkeit allein reicht nicht – die Kommunikation muss authentisch sein. Studien zeigen, dass Bewerber:innen den Aussagen von Mitarbeitenden dreimal mehr vertrauen als den offiziellen Unternehmensbotschaften [4]. Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden, Einblicke in Projekte und ein transparenter Bewerbungsprozess schaffen Vertrauen, insbesondere bei jüngeren Generationen, die ehrliche Antworten auf die Frage „Warum sollte ich mich bei euch bewerben?" erwarten [4].
Auch die Geschwindigkeit im Bewerbungsprozess ist entscheidend: 7 % der gescheiterten Einstellungen sind auf zu lange Entscheidungswege zurückzuführen [3]. Wer IT-Talente anziehen möchte, muss nicht nur attraktiv wirken, sondern diese Attraktivität auch glaubwürdig und klar vermitteln. Ein schneller, transparenter und persönlicher Bewerbungsprozess kann hier den Unterschied machen.
Lösung 4: Internationale IT-Fachkräfte gewinnen
Bis 2040 benötigt Deutschland etwa 321.000 zusätzliche IT-Fachkräfte aus Drittstaaten und der EU [2], um den akuten Fachkräftemangel zu bewältigen. Mit der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, die ab dem 18. November 2023 in Kraft tritt, werden die rechtlichen Hürden deutlich gesenkt [11]. Unternehmen, die gezielt internationale IT-Talente ansprechen, können sich dadurch einen klaren Vorteil verschaffen – vorausgesetzt, sie setzen auf die richtigen Programme und flexible Beschäftigungsmodelle. Nach der Analyse nationaler Herausforderungen bietet die internationale Rekrutierung eine weitere strategische Möglichkeit.
Internationale Rekrutierungsprogramme
Der erste Schritt, um internationale IT-Fachkräfte zu gewinnen, ist ein konkretes Jobangebot [13]. Viele deutsche Unternehmen – von etablierten Tech-Firmen bis hin zu Start-ups – sind bereit, Visa zu sponsern und verfügen über spezialisierte HR-Teams, die den gesamten Einwanderungsprozess begleiten [14]. Für IT-Spezialist:innen mit praktischer Berufserfahrung liegt das Mindestgehalt ab 2025 bei 43.470 € brutto pro Jahr [16]. Wer einen anerkannten Hochschulabschluss besitzt, kann die EU Blue Card beantragen. Hier gelten Mindestgehälter von 43.759,80 € für Mangelberufe und 48.300 € für alle anderen Berufe [16]. Diese Karte erleichtert nicht nur die dauerhafte Niederlassung, sondern auch die Familienzusammenführung erheblich [13][15].
Seit Juni 2024 gibt es zudem die Chancenkarte (Opportunity Card), die qualifizierten Fachkräften erlaubt, bis zu einem Jahr in Deutschland nach einer Anstellung zu suchen. Dieses punktebasierte System (mindestens 6 Punkte) berücksichtigt Faktoren wie Qualifikationen, Sprachkenntnisse (mindestens A1 in Deutsch oder B2 in Englisch), Berufserfahrung, Alter und Verbindungen zu Deutschland. Während der Jobsuche sind auch Probezeiten sowie Nebentätigkeiten bis zu 20 Stunden pro Woche möglich [14][16]. Unternehmen können zusätzlich auf das „Make it in Germany“-Portal zurückgreifen, das mehrsprachige Informationen für Fachkräfte und Arbeitgeber bietet, oder die „Working and Living in Germany“-Hotline für individuelle Beratung nutzen [16][11].
Flexible Beschäftigungsmodelle
Nicht jedes Unternehmen benötigt sofort eine Festanstellung. Für zeitkritische Projekte oder kurzfristige Engpässe sind Freelancer oder Interim-Manager oft eine ideale Lösung. Hybride Arbeitsmodelle, die ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen, spielen dabei eine wichtige Rolle – ein Aspekt, den 43 % der Unternehmen bei der Rekrutierung internationaler Fachkräfte als entscheidend ansehen [3]. Zudem können Modelle wie Professional Employment Organizations (PEO) oder Employer of Record (EOR) den Einstellungs- und Verwaltungsprozess für internationale Talente erheblich erleichtern [1]. Unternehmen, die flexibel agieren, können so internationale IT-Fachkräfte langfristig für sich gewinnen.
Fazit: Mehrere Lösungen kombinieren, um den IT-Fachkräftemangel zu bewältigen
Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland ist ein vielschichtiges Problem, das durch demografische Veränderungen, den rasanten technologischen Fortschritt in Bereichen wie KI und Cybersecurity, Lücken im Bildungssystem und wenig attraktive Arbeitsbedingungen verstärkt wird [1][3][5][8][10]. Eine einzige Maßnahme wird hier nicht ausreichen – Unternehmen müssen aktiv werden und bestehende Prozesse gezielt verbessern [1][3][12].
Eine nachhaltige Lösung liegt in der Kombination aus interner Talentförderung und externer Rekrutierung. Dieser Ansatz stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern fördert auch die Bindung der Mitarbeitenden. Gleichzeitig werden Beschäftigte zu glaubwürdigen Botschaftern des Unternehmens [10]. Moderne Technologien können diesen Prozess zusätzlich unterstützen.
Bevor jedoch in teure externe Rekrutierungsmaßnahmen investiert wird, sollten Unternehmen ihre internen Möglichkeiten zur Weiterbildung und Umschulung genau prüfen [4]. Dabei ist es entscheidend, die spezifischen IT-Anforderungen zu analysieren, da gerade in spezialisierten Bereichen wie KI, Cybersecurity oder Cloud-Services oft große Lücken zwischen vorhandenen und benötigten Kompetenzen bestehen [7]. Maßnahmen sollten immer an verfügbare Zeit, finanzielle Mittel und personelle Ressourcen angepasst werden [4].
Der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung kann Routineaufgaben reduzieren, sodass IT-Profis sich auf anspruchsvollere und strategische Projekte konzentrieren können [2][3][10][12]. Diese vielseitige Herangehensweise sorgt dafür, dass verschiedene Aspekte des Problems gleichzeitig angegangen werden, was langfristig eine größere Wirkung entfaltet [2][5][8][10][12].
FAQs
Wie kann die Weiterbildung bestehender Mitarbeiter dazu beitragen, den IT-Fachkräftemangel zu bewältigen?
Die gezielte Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter:innen ist eine kluge Strategie, um dem Mangel an IT-Fachkräften entgegenzuwirken. Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, vorhandene Talente weiterzuentwickeln und deren Kompetenzen an aktuelle technologische Anforderungen anzupassen. Das Ergebnis? Eine gesteigerte Produktivität und gleichzeitig eine stärkere Bindung der Mitarbeiter:innen ans Unternehmen.
Ein weiterer Vorteil: Die Qualifizierung des bestehenden Teams kann auf lange Sicht oft kostengünstiger sein als die Suche und Einarbeitung neuer Fachkräfte. Unternehmen profitieren dabei nicht nur von der bereits vorhandenen Expertise ihrer Mitarbeiter:innen, sondern stärken durch Weiterbildung auch deren Motivation und Wertschätzung. So entsteht eine Situation, von der beide Seiten profitieren.
Wie können Unternehmen ihre Arbeitgebermarke stärken, um IT-Fachkräfte anzuziehen?
Unternehmen können ihre Arbeitgebermarke stärken, indem sie ihre Unternehmenskultur ehrlich und nachvollziehbar präsentieren. Wenn Mitarbeitende als Botschafter:innen auftreten, wirkt das authentisch, schafft Vertrauen und spricht potenzielle Bewerber:innen auf einer persönlichen Ebene an.
Eine attraktive Karriereseite spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie sollte klar und übersichtlich über Arbeitsbedingungen, Zusatzleistungen und Entwicklungsmöglichkeiten informieren. Ergänzend dazu machen flexible Arbeitsmodelle, wie Homeoffice oder individuell gestaltbare Arbeitszeiten, den Arbeitgeber besonders interessant.
Auch eine gezielte Präsenz auf Social Media ist entscheidend, um speziell IT-Talente anzusprechen. Unternehmen, die hier aktiv und ansprechend auftreten, erreichen ihre Zielgruppe direkt. Zudem sorgt eine positive Candidate Experience dafür, dass Bewerber:innen einen bleibenden Eindruck mitnehmen – und steigert so die Chancen, die passenden Talente für sich zu gewinnen.
Welche Chancen bietet die internationale Rekrutierung von IT-Fachkräften für Unternehmen?
Die Rekrutierung auf internationaler Ebene eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, aus einem viel größeren Talentpool zu schöpfen. So lassen sich gezielt Fachkräfte mit besonderen Qualifikationen gewinnen, die im Inland oft nur schwer verfügbar sind. Damit können nicht nur akute Personalengpässe entschärft werden, sondern auch die Innovationsfähigkeit und der Wettbewerbsvorsprung eines Unternehmens gestärkt werden.
Ein internationales Team bereichert außerdem durch frische Perspektiven und eine Vielfalt an kulturellen Hintergründen. Diese Mischung kann die Zusammenarbeit beleben und die Kreativität fördern. Unternehmen, die global agieren, profitieren auf lange Sicht von erweitertem Fachwissen und einer besseren Fähigkeit, sich an die Anforderungen internationaler Märkte anzupassen.
